Puppenhaus aus Holz – was muss man beim Kauf bedenken?

Puppenhäuser aus Holz sind die echten Klassiker. Sie waren bereits eine Freude für kleine und große Kinder als Plastik noch nicht mal erfunden war. Allerdings muss man beim Kauf von – und Leben mit – einem Puppenhaus aus Holz ein paar Dinge beachten, die anders sind als bei der Plastik-Version. Wir haben uns die Puppenstuben aus Holz genauer angeschaut.

Generell gibt es zwei große Varianten unter den Holz-Puppenhäusern: Die unlackierten und die lackierten. Vom Angebot her scheinen sich die beiden Varianten momentan die Wage zu halten, und es gibt von beiden Variationen wirklich viel Auswahl.
Unlackierte Puppenhäuser bieten vor allem den Vorteil dass sie sehr pflegeleicht sind. Man kann mit sanfter Seife und etwas Schrubben praktisch jede alltägliche Verschmutzung weg kriegen, ohne sich große Sorgen um die Substanz des Hauses machen zu müssen.
Wenn man entsprechend interessiert ist, kann das unlackierte Holz-Haus aber auch nach belieben individuell angemalt und lackiert werden. Damit können die Kleinen sogar selbst mitbestimmen, wie ihr Traum-Puppenhaus denn genau aussehen soll, und es kann eine wirklich einzigartige Puppenstube entstehen.
Um die passende Einrichtung für das unlackierte Puppenhaus muss man sich auch keine Sorgen machen, da es mindestens genauso viele unlackierte Puppenmöbel gibt, wie lackierte.
Langfristig ist es, bei ausreichend handwerklichem Geschick, sogar denkbar das Puppenhaus aus Holz um ganze Stockwerke oder Anbauten zu erweitern – was natürlich bei unlackiertem Holz etwas einfacher ist.

Der große Pluspunkt für lackierte/angemalte Puppenhäuser aus Holz ist vor allem der zusätzliche Detailgrad und der geringere Aufwand zur Personalisierung. Die ganze aufwändige Arbeit wurde einem bei bemalten Puppenstuben bereits abgenommen, und das ganze sieht wirklich Professionell aus. Wenn man Handwerklich eher nicht begabt ist, dann kann es wirklich ein großes Plus sein, wenn alle Details bereits aus der Box heraus vorhanden sind.
Gerade wenn das Puppenhaus ein Geschenk für ein Kind anderer Eltern ist, dann kann man so auch sicher sein, dass man eine Freude schenkt und keine Zusatzarbeit für die Eltern.

Über Holz-Puppenhäuser kann man grundsätzlich sagen, dass sie sehr vielfältig sind. Das ist vor allem eine Entwicklung der eher jüngeren Geschichte. Es gibt nicht nur die eine Farbvariante die viel Mädchen-Spielzeug heimsucht: Rosa als Hauptfarbe, mit mehr Rosa für Details und schließlich nochmal einer extra Portion Rosa – insbesondere bei Plastik-Puppenhäusern ist das fast die einzige Farboption. Stattdessen gibt es verschiedenste Farbvarianten, und auch überraschend viele Formen und Größen für die Puppenhäuser. Von kleinen Hütten, die man auch mal bei einem Besuch zu den Großeltern mitnehmen kann, bis hin zu mehrstöckigen Gebäuden mit beweglichen Aufzügen etc.

Diese Explosion der Vielfalt bei den Puppenhäusern hat viel mit dem Material Holz an sich zu tun. Der starke Trend zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz macht natürlich auch vor Kinderspielzeug – das in letzter Zeit ja wirklich extrem von der Wegwurfmentalität dominiert war – nicht halt. Holz ist eine nachwachsende Ressource und ist bei guter Behandlung sehr lang haltbar. Von einer Umweltschutz Perspektive aus, sind als Puppenhäuser aus Holz eine Exzellente Wahl. Iin diesem Zusammenhang haben wir uns mit dem Unterschied zwischen Holz und Massivholz im Bezug auf Puppenhäuser in einem eigenen Artikel genauer befasst: Holz und Massivholz in Puppenstuben

Auch bei den Holz-Möbeln und anderem Holz-Zubehör für Puppenhaus muss man sich absolut keine Sorgen machen. Das Angebot ist wirklich extrem vielfältig, und es ist für alle Geschmäcker etwas dabei. Wir haben uns in einem eigenen Artikel mit dem Thema Möbel fürs Puppenhaus beschäftigt.
Es gibt aber auch eine kleine Schattenseite wenn es um Holz geht. Man muss wirklich auf Nummer sicher gehen, dass die Qualität stimmt. Es gab eine Zeitlang (heute glücklicherweise aber etwas weniger) eine Flut von recht minderwertigem Holz-Spielzeug. Minderwertige Qualität kann hier ein echtes Ärgernis sein, wenn zersplittertes Holz, schlechter Kleber oder schlimmstenfalls sogar Schrauben verwendet werden. In unseren Reviews versuchen wir daher immer klar anzugeben, wie es mit der Qualität und Verarbeitung der jeweiligen Puppenhäuser steht.

Bei der Pflege des Holz-Puppenhaus ist es vor allem wichtig ein Auge auf die Feuchtigkeit zu haben. Manchmal kommen Kinder auf die Idee, dass die Puppen einen Snack brauchen und verstecken ein Stück feuchte Brezel oder sogar Brot mit Marmelade im Puppenschrank oder unter dem Puppenbett. Wenn das dann länger dort liegen bleibt kann sich Schimmel bilden der sich in das Material des Puppenhaus selbst rein frisst. Ein paar Tipps zur Puppenhaus-Pflege finden sie in unserem Artikel zur Pflege von Puppenhäusern.
Abschließend noch ein kleines Wort zur Welt der richtigen Hobby-Miniaturen: Hier ist Holz ganz klar das dominante Material. Da die Miniaturen viel stärker auf Individualisierung fokussiert sind, und es vor allem um das nachbilden von einzigartigen Szenen geht ist Holz ein optimales Material. Es lässt sich leicht verarbeiten und kann in praktisch jede wünschenswerte Form gebracht werden. Da kann Plastik nicht mithalten – die Formen und Maschinen lohnen sich nur für riesige Stückzahlen. Womöglich könnte sich dies Mittelfristig jedoch ändern, wenn 3D-Druck Technologie es schafft bei mehr Leuten Zuhause Einzug zu halten. Es stehen uns also interessante Zeiten in der Welt der Puppenstube bevor.